46. Ministerratssitzung 3.10.1947

46. Ministerratssitzung am Freitag, den 3.10.19471

Anwesend:
  • Ministerpräsident Altmeier
  • Minister Bökenkrüger
  • Minister Feller
  • Minister Dr. Hoffmann
  • Minister Junglas
  • Minister Dr. Neumayer
  • Minister Steffan
  • Minister Stübinger
  • Minister Dr. Süsterhenn
  • Chef der Staatskanzlei Dr. Haberer
Tagesordnung:
  • 1. Besetzung des Landratsamts Saarburg
  • 2. Wirtschaftspolizei
    • A. Bildung einer vorläufigen Wirtschaftskammer
  • 3. Selbstverwaltung der Sozialversicherung
  • 4. Gnadensache S.
  • 5. Stellung des Sonderbeauftragten für Lebensmitteleinfuhr
  • 6. Benzinverteilung an die Ministerien
  • 7. Verschiedenes und Mitteilungen: Note der Militärregierung vom 27.9. betr. Verwendung von Beamten der Gendarmerie und Polizei; Wohnungsgeld für Dr. Boden; Wahl des Generaldirektors der Südwestdeutschen Eisenbahnen

1Ausfertigung (korr.) in Best. 860 Nr. 9603 und Best. 700,169 Nr. 135, S. 149-159; Durchschlag in Best. 860 Nr. 8187. Anlagen: 1. Gesetz zur Wiederherstellung der Selbstverwaltung in der Sozialversicherung; 2. Schreiben des Justizministers vom 8.8.1947 an die Landesregierung Rheinland-Pfalz betr. Gnadensache Karl S.; 3. TO (Best. 860 Nr. 9603; in Best. 700,169, S. 161-165 und S. 167 nur Anlagen 1. und 3).

1. Besetzung des Landratsamts Saarburg

Der Ministerpräsident schlägt den früheren Landrat von Prüm und jetzigen Regierungsrat Dr. Schaefgen 2 beim Landratsamt Koblenz-Land als Landrat von Saarburg vor. Der Innenminister unterstreicht diesen Vorschlag. Es wird demzufolge einstimmig beschlossen, Dr. Schaefgen zum Landrat von Saarburg zu ernennen und die hierzu notwendige Zustimmung der Militärregierung nachzusuchen.

2. Wirtschaftspolizei 3

Nach einer Aussprache wird beschlossen, daß Innenministerium, Justizministerium, Wirtschaftsministerium und Finanzministerium das Problem erörtern und beschleunigt eine neue zusammenfassende Anordnung vorlegen, wobei die Abgrenzung der Zuständigkeiten der einzelnen Ministerien klar herauszustellen sind. 4

A. Bildung einer vorläufigen Wirtschaftskammer

Im Anschluß an die Aussprache wird aufgrund eines Vorschlages des Ministers Neumayer beschlossen, eine vorläufige Hauptwirtschaftskammer zu berufen und wegen der Personalvorschläge mit den in Frage kommenden Kammern und Gewerkschaften in Verbindung zu treten. 5

2Dr. Jakob Schaefgen (1898-1967), 1919-1923. Studium in Bonn und München, 1923 Promotion an der Universität Bonn, 1923-1924 wiss. Hilfsarbeiter im Bürgermeisteramt Dormagen, 1925-1926 stellv. Leiter des Kreiswohlfahrtsamtes Prüm, 1926-1945 Kreisinspektor bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Kues, Leiter des Wohlfahrts- und Jugendamtes, 1945-1946 ABgm von Konz, 1946-1947 LR von Prüm, 1947 RR beim Landratsamt Koblenz-Land, 1948 LR des Kreises Saarburg, 1958 Pensionierung (Müller, Hauch, S. 179; Christoffel, Landräte, S. 215; Best. 860P Nr. 1468). Ursprünglich war für die Saarburger Landratsstelle der LR von Zell, Dr. Janssen, vorgesehen (vgl. 40. MRS am 3.9.1947, TOP 7).
3Zuletzt 45. MRS am 29.9.1947, TOP 3.
4Bereits vom 11.8.1947 datiert eine Kabinettssvorlage zur Errichtung einer Landeswirtschaftspolizei (weitere Unterlagen dazu konnten nicht nachgewiesen werden), mit der sich der Minister […]
1947, Oktober 47|

47. Ministerratssitzung 10.10.1947

47. Ministerratssitzung am Freitag, den 10.10.19471

Anwesend:
  • Ministerpräsident Altmeier
  • Minister Bökenkrüger
  • Minister Feller
  • Minister Dr. Hoffmann
  • Minister Dr. Neumayer
  • Minister Steffan
  • Minister Stübinger
  • Minister Dr. Süsterhenn
  • Chef der Staatskanzlei Dr. Haberer
  • Es fehlte entschuldigt Minister Junglas.

Tagesordnung: 2
  • A. Gesetz zur Änderung über die Bestimmungen über das Nachrücken von Kandidaten in der Kreisversammlung
  • B. Gültigkeit von Landesverordnungen, die erst nach dem 18. Mai ver-öffentlicht wurden
  • C. Benzinverteilung
    • 1. Landesverfügung betr. die höhere Verwaltungsakademie in Speyer
    • 2. Landeswirtschaftspolizei
    • 3. Zweckverband Mainz
    • 4. Zuständigkeitsabgrenzung des Ministeriums für Wiederaufbau
    • 5. Landesverordnung für die Versorgung der Opfer des Nationalsozialismus
    • 6. Zuständigkeit in Familien- und Nachlaßsachen
    • 7. Kurzarbeiterunterstützung und Ergänzungsarbeiten für das Land Rheinland-Pfalz
    • 8. Errichtung eines Justiz-Prüfungsamtes und juristische Ausbildung
    • 9. Personalien
  • D. Dolmetscherschule Germersheim und Verwaltungsakademie Speyer
  • E. Vizepräsident Knieper
  • F. Kompetenzabgrenzung zwischen der Landesregierung und der französischen Militärregierung
  • G. Regierungswerkküche

1Ausfertigung in Best. 860 Nr. 9603, in Best. 700,169 Nr. 135, S. 109-121 mit Notizen des MinPräs (ebd., S. 147 f.); Durchschlag in Best. 860 Nr. 8187. Anlagen: 1. Antrag des Verkehrsministers auf Absetzung des TOP 4; 2. LVO über die Versorgung der Opfer des Nationalsozialismus mit Begründung; 3. Gesetz über die Zuständigkeit in Familien- und Nachlassachen mit Begründung; 4. Gesetz über Kurzarbeiterunterstützung und Ergänzungsarbeiten für das Land Rheinland-Pfalz; 5. Gesetz über die Errichtung eines Justizprüfungsamts und über die juristische Ausbildung mit Begründung; 6. TO (Best. 860 Nr. 9603; nur die Anlagen Nr. 2-4 und Nr. 6, letztere mit Notizen, in Best. 700,169 Nr. 135, S. 123-148; nur die TO in Best. 860 Nr. 8187).
2Änderungen sind vermerkt auf der TO in Best. 700,169 Nr. 135, S. 145. Ursprünglich vorgesehener TOP 10: Verschiedenes.

A. Gesetz zur Änderung über die Bestimmungen über das Nachrücken von Kandidaten in der Kreisversammlung 3

Vor Eintritt in die Tagesordnung berichtet der Ministerpräsident, daß die Militärregierung dem vom Landtag beschlossenen Gesetz zur Änderung der Bestimmungen über das Nachrücken von Kandidaten in der Kreisversammlung vom 30.7.1947 zugestimmt habe unter folgenden Voraussetzungen: 4

    a) im § 1 sind in der ersten Reihe die Worte „die Wahl abgelehnt oder” zu streichen,

    b) der § 2 ist ganz zu streichen, 5

    c) der § 3 bleibt bestehen. 6

Dazu bemerkt der Ministerpräsident

zu a) mit den Worten „die Wahl ablehnt oder” kann man einverstanden sein, denn es kann ja jetzt – ein Jahr nach der Wahl – niemand mehr die Wahl ablehnen. […]

1947, Oktober 47|

48. Ministerratssitzung 16.10.1947

48. Ministerratssitzung am Donnerstag, den 16.10.19471

Anwesend:
  • Ministerpräsident Altmeier
  • Minister Bökenkrüger
  • Minister Feller
  • Minister Dr. Hoffmann
  • Minister Junglas
  • Minister Dr. Neumayer
  • Minister Steffan

Es fehlten die Minister Stübinger und Dr. Süsterhenn sowie der Chef der Staatskanzlei Dr. Haberer.

Tagesordnung: 2
  • 1. Der Sonderbeauftragte für Lebensmitteleinfuhr
  • 2. Schriftwechsel wegen Beamtenernennungen in der Pfalz
  • 3. Dr. Boden; Zentralbank
  • 4. Dr. Dorten
  • 5. Personalien
  • 6. Uniform für die Fahrer der Minister
  • 7. Hausverwaltung des Ministeriums Oberwerth
  • 8. Ramershoven
  • 9. Öffentlicher Ankläger in Bad Kreuznach

1Ausfertigung in Best. 860 Nr. 9603 und in Best. 700,169 Nr. 135, S. 87-93; Durchschlag in Best. 860 Nr. 8187. Anlagen: 1. Schreiben des MinPräs vom 15.10.1947 an den GenGouv betr. Verwaltung der Pfalz und Rechte des MinPräs bei Personalien; 2. Schreiben des MinPräs vom 15.10.1947 an den GenGouv betr. Personalien bei der Landeszentralbank; 3. Schreiben des MinPräs vom 17.10.1947 an den Landeskommissar für das Bereinigungswesen betr. Abberufung des öffentlichen Anklägers Jean Eiden in Bad Kreuznach (Best. 860 Nr. 9602 und Nr. 8187; Best. 700,169 Nr. 135, S. 95-101); 4. TO (nur in Best. 860 Nr. 8187). Laut derselben handelte es sich um eine außerordentliche Ministerratssitzung.
2Die vorgegebene TO (siehe vorige Anm.) enthielt nur TOP 1. – TOP 5.

1. Der Sonderbeauftragte für Lebensmitteleinfuhr 3

Es wird auf Vorschlag des Finanzministers beschlossen, daß dem Staatsministerium für den Sonderbeauftragten für die Lebensmitteleinfuhr RM 150.000,– zur Verfügung gestellt werden.

Soweit Beamte aus anderen Ministerien für die Tätigkeit beim Sonderbeauftragten abgeordnet werden, erfolgt deren Bezahlung über die betreffenden Ministerien.

Die Einstellung von Beamten bzw. Angestellten erfolgt durch den Ministerpräsidenten auf Vorschlag des Sonderbeauftragten im Zusammenwirken mit dem Finanzminister soweit es sich um Bezahlungen nach TOA ab Gruppe III aufwärts handelt. 4

2. Schriftwechsel wegen Beamtenernennungen in der Pfalz 5

Der Ministerpräsident gibt das Schreiben des Generalgouverneurs bekannt. 6 Es wird die Beantwortung dieses Schreibens aufgrund der Anlage 1 beschlossen. 7

3Zuletzt 46. MRS am 3.10.1947, TOP 5.
4Fortgang 49. MRS am 24.10. 1947, TOP A.
5Zuletzt 33. MRS am 22.7.1947, TOP 1. Zur Kontroverse mit dem GenGouv über die Rechtsstellung der Pfalz vgl. Best. 860 Nr. 5434.
6Schreiben vom 8.10.1947 (Best. 860 Nr. 5434).
7Siehe oben Anm. 1, Anlage Nr. 1. Es ging dabei um das in Art. 102 der LV formulierte Recht des MinPräs zur Ernennung aller höherer Beamten. Mit Schreiben vom 15.9.1947 hatte ORPräs Bögler diesem Anspruch, der nun aufgrund eines Ministerratsbeschlusses vom […]
1947, Oktober 47|

49. Ministerratssitzung 24.10.1947

49. Ministerratssitzung am Freitag, den 24.10.19471

Anwesend:
  • Ministerpräsident Altmeier
  • Minister Bökenkrüger
  • Minister Feller
  • Minister Junglas
  • Minister Dr. Neumayer
  • Minister Steffan
  • Minister Stübinger
  • Minister Dr. Süsterhenn
  • Chef der Staatskanzlei Dr. Haberer
  • Es fehlte Minister Dr. Hoffmann .

Tagesordnung: 2
  • A. Ministerpräsidentenkonferenz in Baden-Baden
  • B. Reformationsfest
  • C. Kartoffelversorgung
  • D. Landwirtschaftskammer
    • 1. Landeswirtschaftspolizei
    • 2. Zuständigkeitsabgrenzung des Ministeriums für Wiederaufbau
    • 3. Frage der Ehrenurkunden für langjährigen öffentlichen Dienst
    • 4. Gesetz zur Wiederherstellung der Selbstverwaltung in der Landesarbeitsverwaltung Rheinland-Pfalz
    • 5. Gesetz über die Änderung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten
    • 6. Gesetz über Wohnraumbeschaffung
    • 7. Statistik der Kriegsgefangenen, Internierten und Flüchtlinge
    • 8. Befugnisse der Regierungsvertreter vor den Ausschüssen des Landtags
    • 9. Gesetz über Änderung der Säuberungsordnung
  • E. Nachtsperre
  • F. Bauprogramm der Stadt Koblenz
  • G. Stadt Mainz
  • H. Kartoffelversorgung
  • I. Schwierigkeiten in der Lohngestaltung

1Ausfertigung (korr.) in Best. 860 Nr. 9603 und in Best. 700,169 Nr. 135, S. 1-15; Durchschlag in Best. 860 Nr. 8187. Anlagen: 1. Lvfg. betreffend Ehrung für langjährigen öffentlichen Dienst; 2. Gesetz zur Ergänzung der Säuberungsverordnung; 3. Gesetz über die Änderung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten mit Begründung; 4. LVO über die Wohnraumbewirtschaftung mit Begründung; 5. Schreiben des Justizministers vom 2.10.1947 an den MinPräs betr. Befugnisse der Regierungsvertreter vor den Ausschüssen; 6. Kabinettsvorlage des Ministers für Wiederaufbau betr. Bauprogramm in Koblenz; 7. TO; 8. Niederschrift vom 11.9.1947 über eine Besprechung leitender Beamter beim Minister für Gesundheit und Wohlfahrt zur Abstimmung laufender Gesetzgebungsarbeiten in den Bereichen Landwirtschaft, Siedlung und Stadtkernneugestaltung (Best. 860 Nr. 9603; 700,169 Nr. 135, S. 17- 86, ohne Nr. 5; TO mit Notizen S. 31-33; in Best. 860 Nr. 8187: nur Anlagen 1, 2 und 7).
2Die in Best. 860 Nr. 8187 überlieferte Fassung der TO (Durchschlag, unterschrieben „Dr. Haberer“) war laut Überschrift ursprünglich auf die Sitzung vom 16.10.1947 bezogen, dann maschinenschr. korr. in „Montag, den 20. Oktober 1947“.

A. Ministerpräsidentenkonferenz in Baden-Baden

Vor Eintritt in die Tagesordnung berichtet der Ministerpräsident über die gemeinsame Sitzung der Ministerpräsidenten der französischen Zone mit Generaladministrateur Laffon in Baden-Baden am vergangenen Dienstag in gleichzeitiger Anwesenheit des Generalgouverneurs. 3 Die hierbei durch den Generaladministrateur Laffon gemachten Mitteilungen, Anordnungen etc. werden schriftlich den Ministern zugestellt. Bezüglich der Ernährung berichtet der Ministerpräsident über seine Verhandlungen mit Laffon, um eine Herabsetzung der Auflage im Hinblick auf die besonders schlechten Ernteergebnisse von Rheinland-Pfalz zu erreichen. 4 In Verbindung damit sei die […]

1947, Oktober 47|

50. Ministerratssitzung 28.10.1947

50. Ministerratssitzung am Dienstag, den 28.10.19471

Anwesend:
  • Ministerpräsident Altmeier
  • Minister Bökenkrüger
  • Minister Feller
  • Minister Dr. Hoffmann
  • Minister Junglas
  • Minister Dr. Neumayer
  • Minister Steffan
  • Minister Stübinger
  • Minister Dr. Süsterhenn
  • Chef der Staatskanzlei Dr. Haberer
Tagesordnung:
  • A. Kartoffelversorgung

1Ausfertigung in Best. 860 Nr. 9603 und in Best. 700,169 Nr. 136, S. 327-329; Durchschlag in Best. 860 Nr. 8187. Anlagen: 1. Formular zur Kartoffel-Bestandsmeldung zum 5.11.1947; 2. Schreiben des MinPräs vom 29.10.1947 an den GenGouv betr. Abschätzung der Kartoffelernte 1947; 3. Ministerratsbeschluss vom 28.10.1947 betr. Kartoffelablieferungspflicht; 4. Vermerk des MinPräs vom 30.10.1947 (Best. 860 Nr. 9603 und Nr. 8187; in Best. 700,169 Nr. 136, S. 331-341 ohne Nr. 4).

A. Kartoffelversorgung 2

Aufgrund von Verhandlungen, die der Landwirtschaftsminister heute vormittag mit der Militärregierung geführt hat, 3 ergab sich die Notwendigkeit, einen außerordentlichen Ministerrat einzuberufen. Ministerpräsident und Minister Stübinger berichten einleitend über den Stand der Kartoffelaktion. Die Militärregierung verlangt, daß aufgrund französischer Proberodungen die von ihr aufgestellte Bilanz umgelegt werden soll, obwohl nach der Überzeugung der deutschen Dienststellen diese Bilanz in keiner Weise der Wirklichkeit entspricht.

Nach längerer Debatte beschließt der Ministerrat:

              Die Beschlüsse des Ministerrats, soweit es sich um die Forderung der Militärregierung handelt, ergeben sich im einzelnen aus dem Schreiben an die Militärregierung vom 30.10.1947 (Anlage 2). 5 Schließlich wird eine entsprechende Verlautbarung in Presse und Rundfunk beschlossen (Anlage 3). 6

              2Zuletzt 49. MRS am 24.10.1947, TOP H.
              3Vgl. den Aktenvermerk über diese Sitzung (Best. 860 Nr. 1111, S. 177). Am 30.10.1947 fand eine weitere Besprechung zwischen Vertretern des Landwirtschaftsministeriums und der Militärregierung statt (ebd. S. 129). Zu den Erfassungsbemühungen im November-Dezember 1947 vgl. ebd., S. 395-431.
              4Siehe oben Anm. 1, Anlage Nr. 1.
              5Siehe oben Anm. 1, Anlage Nr. 2. Das Schreiben datiert vom 29.10.1947 (Best. 700,169 Nr. 136, S. 333-337; Best. 860 Nr. 1111, S. 547-553); es enthält als Anlage Nr. 1 (zugleich oben Anm. 1, Anlage Nr. 3) eine im Rundfunk verbreitete Bekanntmachung der Landesregierung (Best. 860 Nr. 1111, S. 555-557) und als Anlage Nr. 2 eine Aufstellung der aufgrund von Proberodungen auf die Gemeinden verteilten Lieferauflagen (ebd., S. 559-563; weitere Fassungen in Best. 860 Nr. 1007, S. 253-293).
              6Siehe oben Anm. 1, Anlage Nr. 3; desgl. in Best. 860 Nr. 1111, S. 555-557. – Fortgang 51. MRS am 30.10.1947, TOP 1

              1947, Oktober 47|

              51. Ministerratssitzung 30.10.1947

              51. Ministerratssitzung am Donnerstag, den 30.10.19471

              Anwesend: 2
                Tagesordnung:
                • 1. Mitteilungen des Ministerpräsidenten (Kartoffelversorgung; Nürburgring-Rennen; Saatweizen; Dr. Dorten; Entnazifizierung; Reifenverteilung in Neustadt; Herbstmanöver; Ernennung der Beamten, die aus den ehemaligen Verwaltungen des Reiches und der Länder stammen)
                • 2. Personalien
                • 3. Tagesordnung des Landtags
                • 4. Fragen der Pfalz
                • 5. Festsetzung des Modus der Etatberatung im Kabinett
                • 6. Verschiedenes (Wiederaufbaugemeinschaft Mainz)

                1Ausfertigung (korr.) in Best. 860 Nr. 9603 und in Best. 700,169 Nr. 136, S. 297-315; Durchschlag (korr.) in Best. 860 Nr. 8187. Anlagen: 1. Schreiben des MinPräs vom 31.10.¬1947 an den GenGouv betr. Bildung der Wiederaufbaugemeinschaft in Mainz; 2. TO (Best. 860 Nr. 9603 und Nr. 8187; Best. 700,169 Nr. 136, S. 317-321, korr.); 3. Vorläufige TO für die LT-Sitzung am 5.11.1947 (ebd., S. 323-325, korr.).
                2Das Protokoll nennt im Eingang keinen der Teilnehmer. Im Text werden genannt außer dem MinPräs noch die Minister Bökenkrüger, Hoffmann, Junglas und Süsterhenn.

                1. Mitteilungen des Ministerpräsidenten

                Der Ministerpräsident berichtet über seine Besprechung mit dem Generalgouverneur am 24. Oktober 1947: 3

                  [1.] Kartoffelversorgung 4

                  Als weitere Herabsetzung der Kartoffelauflage sei aufgrund der Verhandlungen, die der Gouverneur mit dem Ministerpräsidenten in Baden-Baden geführt habe, 5 seitens des Generaladministrateurs Laffon eine Zusage von 10.000 t Lieferung aus Württemberg erteilt worden. 6

                  [2.] Nürburgring-Rennen 7

                  Der Ministerpräsident berichtet von der Übergabe eines Schecks in Höhe von RM 40.000,– durch den Generalgouverneur. Dieser Betrag stamme aus dem von der französischen Militärregierung durchgeführten Nürburgring-Rennen und sei nach den Wünschen des Generalgouverneurs zu caritativen Zwecken zu verwenden. 8

                  Minister Bökenkrüger macht den Vorschlag, einen Teil des Geldes für Zwecke der Kriegsblinden-Ausbildung zu gewähren. Der Ministerpräsident ersucht um eine entsprechende Vorlage, um alsdann dazu Stellung nehmen zu können.

                  Zunächst soll der Scheck auf einem Sonderkonto der Landesregierung deponiert werden. 9

                  [3.] Saatweizen

                  Der Generalgouverneur berichtete, daß Frankreich aus Rheinland-Pfalz 2.000 t Saatweizen erhalte. Die Anlieferung von 2.000 t Brotweizen sei bereits im Gange. 10 Er lege zur Klarstellung anderslautender Gerüchte Wert darauf, diesen Tatbestand festzuhalten.

                  [4.] Dr. Dorten 11

                  Der Ministerpräsident berichtet über den Stand der Besprechungen. 12 Der Gouverneur erklärte:

                1. 1. er habe Verständnis dafür, daß diese Vorlage nicht an den Landtag gelangen könne,
                2. 2. er verstehe auch, daß ich bzw. die Landesregierung den Betrag nicht ohne weiteres anweisen könnte,
                3. 3. es bliebe dann nur der Ausweg, den Betrag über Besatzungskosten 13 zu verausgaben in der Weise, daß die Zahlung durch die Militärregierung „aufoktroyiert” würde.

                Der Ministerpräsident erklärte, er habe den Generalgouverneur darauf hingewiesen, daß die Zahlungsverpflichtung für das Land Rheinland-Pfalz auch deshalb nicht anerkannt werden […]

                1947, Oktober 47|
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