© LAVKurzbiographien der Mitglieder der provisorischen Regierung Boden und der Regierung Altmeier bis zum 31.12.1948

Altmeier, Dr. h. c., Peter (1899-1977)
Handelsschule, kaufmännische Berufsausbildung, kaufmännischer Angestellter, Geschäftsführer und Prokurist, bis 1946 Gesellschafter eines Koblenzer Großhandelsbetriebs, 1929-1933 Stadtverordneter der Zentrumsfraktion in Koblenz, 1.4.1946-1947 Regierungspräsident in Montabaur, 1946 MdGK, 9.7.1947-18.5.1969 MinPräs, 9.4.1948-18.5.1967 Minister für Wirtschaft und Verkehr, 20.10.1949-13.6.1951 Innenminister, 1954-1955 und 1965-1966 Präsident des Bundesrates, 1945 Mitbegründer der CDU in Rheinland-Hessen-Nassau, MdBLV (Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Ernährungs- und Versorgungsausschusses), 1.-6. WP MdL, 1. WP bis 9.7.1947 Fraktionsvorsitzender der CDU, 14.2.1947-1966 Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz, Ehrenbürger der Städte Koblenz, Mainz und Dijon.[1]

Boden, Dr., Wilhelm (1890-1961)
Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn und Berlin, 1912 Promotion, 1919-1933 Landrat des Kreises Altenkirchen, Mitglied der Zentrumspartei, 1919-1920 und 1929-1933 Mitglied des Rheinischen Provinziallandtages, 1931-1932 Mitglied des Preußischen Staatsrates, 1932-1933 Abgeordneter im preußischen Landtag, nach der Entlassung als Landrat (November 1933) Verwaltungsrechtsrat in Köln, dann Rechtsberater beim erzbischöflichen Ordinariat, 1940 Generalvertreter einer Berliner Lebensversicherungsgesellschaft in Köln, 1942 dienstverpflichtet im städtischen Verwaltungsdienst Köln, 1945 Landrat in Altenkirchen, ab Juni 1945 RPräs in Koblenz, 1946 OPräs von Rheinland-Hessen-Nassau, 29.11.1946[2] bis Anfang Juli 1947 erster MinPräs von Rheinland-Pfalz, Juni-Juli 1947 rheinland-pfälzischer Innenminister, 1947-1959 Präsident der Landeszentralbank in Rheinland-Pfalz, Mitglied der CDP bzw. CDU, Vorsitzender der GK, MdBLV, 1.-3. und 4. WP bis 1961 MdL, 1951-1961 Fraktionsvorsitzender der CDU.[3]

Bökenkrüger, Wilhelm (1890-1966)
SPD, 1923-1933 Leiter der Arbeitsverwaltung Wuppertal-Elberfeld, 1933 Entlassung aus politischen Gründen, 1934-1940 Buchhändler in Neustadt, 1945 kurzzeitig Präsident des Landesarbeitsamtes Mittelrhein-Saar, 1945-1947 PräsDir der Abteilung Arbeit im Oberregierungspräsidium Neustadt/W., 1947 MinDir in Koblenz, 1947-1949 Minister für Arbeit, MdBLV.[4]

Feller, Willy (1905-1979)
Lehre im Formerhandwerk, Fortbildungsschule, 1923-1924 kaufmännische Umschulungskurse in Düsseldorf, Mitarbeiter an sozialistischen Zeitungen und Zeitschriften, Redakteur beim „Ruhrecho” in Essen, Redakteur, dann Chefredakteur in Dresden, später Chefredakteur der „Sozialistischen Republik” in Köln bis 1933, 1933 verhaftet, mehrere Jahre KZ, nach 1945 Chefredakteur der kommunistischen Zeitung „Neues Leben”, 1946-1947 Minister für Wiederaufbau und Verkehr, 1947-1948 Minister für Wiederaufbau, MdBLV, 1. WP MdL, 1949 Fraktionsvorsitzender der KPD im rheinland-pfälzischen LT.[5]

Haberer, Dr., Hanns (1890-1967)
Studium der Staatswissenschaften und Volkswirtschaft in München und Tübingen, Promotion, 1913-1921 Tätigkeit in der Hauptredaktion „Der Rheinpfälzer” in Landau mit Unterbrechung durch Kriegsteilnahme, 1921-1933 Chefredakteur beim Echo-Verlag in Duisburg, März 1933 Entlassung, Oktober 1933 Verhaftung, 1934 Berufsverbot, 1934-1943 Landarbeiter und landwirtschaftlicher Angestellter in der Pfalz, 1943 Übernahme eines Weinbaubetriebes, 1945-1946 Landrat in Neustadt/W., 1946-1947 Minister für Wirtschaft und Finanzen, 1947-1955 Chef der Staatskanzlei (Staatssekretär), CDU, 1. WP MdL.[6]

Hoffmann, Dr., Hans (1893-1952)
1912-1915 und 1919-1920 Studium der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in München, Berlin und Genf, 1923 Regierungsrat in Speyer, 1924-1927 Rechtsrat in Kaiserslautern, 1927-1933 hauptamtlicher Stadtrat in Kiel (Kulturdezernent), 1933 entlassen, bis 1941 arbeitslos, 1941 Dienstverpflichtung als Aushilfsangestellter beim Reichsstatthalter der Westmark in Kaiserslautern, 1945-1947 und ab 1951 Notar in Wachenheim, April 1945 Oberbürgermeister in Ludwigshafen, Juni 1945 RPräs der Pfalz, ab 7. Juli 1945 ORPräs von „Mittelrhein-Saar“, 31.7.1945-Ende 1945 ORPräs von Pfalz-Hessen bzw. Hessen-Pfalz, SPD, MdBLV (Fraktionsvorsitzender der SPD), 1. WP sowie 2. WP bis 1952 MdL, 1947-1949 Minister für Finanzen, 1948-1949 Minister für Wiederaufbau, 1949-1951 Minister für Finanzen und Wiederaufbau.[7]

Junglas, Johann (1898-1963)
Gärtnerlehre, im 1. Weltkrieg schwer verwundet, später hauptamtlicher Sekretär der Christlichen Gewerkschaften (Berufsverband der Landarbeiter, dann Steinarbeiter) in Koblenz, Trier, Limburg und Mayen, vor 1933 Stadtverordneter, Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses, Mitglied des Provinziallandtages der Rheinprovinz, nach der Überführung der Gewerkschaften in die DAF 1933 entlassen, 1935-1940 Angestellter in der Privatwirtschaft, Entlassung wegen kriegsbedingter Betriebseinschränkungen, ab 1940 im Arbeitsamt Koblenz in landwirtschaftlicher Vermittlung tätig, zuletzt Leitung der Arbeitseinsatz-Abteilung, nach 1945 Mitbegründer der CDU im Bezirk Koblenz, Mitglied im Bürgerausschuß Koblenz, Beigeordneter der Stadt Koblenz, Vorstandsmitglied des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes Rheinland-Pfalz, 1945 Mitglied in der Säuberungskommission Koblenz, ab Mai 1946 Nachfolger Altmeiers im Dreierausschuß, 1947-1949 Landeskommissar für die politische Säuberung, 1946-1947 MdBLV, 1947-1950 MdL, 1949-1953 MdB, Minister für Gesundheit und Wohlfahrt im Kabinett Boden und ersten Kabinett Altmeier (Ende 1947 bis 1950), 1951-1963 ständiger Vertreter des Sozialministers (MinDir ab 1953, Staatssekretär ab 1956).[8]

Lotz, Dr., Ernst Albert (1887-1948)
1906-1910 Studium der klassischen, indogermanischen und semitischen Philologie, 1909 Promotion zum Dr. phil., Probejahr und Hilfslehrerzeit am Gymnasium Nordhausen, 1913-1920 Oberlehrer an der Klosterschule Roßleben, 1920-1925 OStR an der staatlichen Bildungsanstalt Lichterfelde, Hilfsarbeiter am Provinzialschulkollegium in Berlin, OStR und Direktor an der staatlichen Bildungsanstalt Walstatt, 1925-1931 in gleicher Eigenschaft am Gymnasium mit Aufbauschule in Wipperfürth tätig, 1933 mit gekürzter Pension entlassen, Verlegung seines Wohnsitzes nach Bingen, wo ihm 1945 die Leitung des dortigen Gymnasiums übertragen wurde, CDU, 1946 Präsident der BLV, 1946-1947 Minister für Unterricht und Kultus.[9]

Neumayer, Dr. h. c., Fritz (1884-1973)
Studium der Rechtswissenschaften in Würzburg, Berlin, Leipzig und Straßburg, ab 1911 Rechtsanwalt in Kaiserslautern, 1945-1946 LG-Präsident in Kaiserslautern, Fraktionsvorsitzender der gemeinsamen Fraktion von SV und LP der BLV, 1. WP bis 1947 und ab 9.4.1948 MdL, 1947-1948 Minister für Wirtschaft und Verkehr, 1949-1957 MdB (FDP, ab 23.2.1956 fraktionslos, ab 15.3.1956 DA, ab 26.6.1956 FVP, ab 14.3.1957 DP/FVP), 1952-1953 Bundesminister für Wohnungsbau, 1953-1956 Bundesminister der Justiz.[10]

Röhle, Paul (1885-1958)
Dekorationsmaler (Gesellenprüfung), 1912-1915 Gewerkschaftssekretär (Verband der Maler), bis 1919 Arbeitersekretär in Plauen/Vogtland, 1919-1933 Bezirksparteisekretär der SPD für den Bezirk Hessen-Nassau, 1919-1920 Reichstagsabgeordneter der SPD und Mitglied der Verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung in Weimar, 1924-1933 Mitglied des Reichstags und Mitglied des Preußischen Landtags, 1933 Inhaftierung, danach arbeitslos, Handelsvertreter bis 1939, dann dienstverpflichtet bei der Rohstoffhandelsgesellschaft in Berlin, 1946 Präsident des Landesarbeitsamtes (teilweise als PräsDir beim Oberregierungspräsidium Rheinland-Hessen-Nassau), 1.12.1946-30.6.1947 Minister für Arbeit, anschließend wieder Präsident des Landesarbeitsamtes, 30.4.1950 Pensionierung, MdBLV, erste WP MdL, 1947-1951 Vizepräsident des LT.[11]

Steffan, Jakob (1885-1957)
Kaufmännische Lehre in Oppenheim/Rhein, bis 1914 Tätigkeit in einem Rechtsanwaltsbüro und in der chemischen Industrie, 1914-1918 Militärdienst, 1919-1933 Prokurist, später Teilhaber einer Weinbrennerei in Oppenheim, SPD seit 1908, 1919-1933 Stadtverordneter in Oppenheim und Mitglied des Kreistags, 1923-1929 Provinzialausschuss Rheinhessen, 1923-1933 Provinziallandtag der Provinz Rheinhessen, 1927-1933 MdL des Volksstaates Hessen, Juli-November 1932 MdR, 1933-1936 Inhaftierung in der Strafanstalt Butzbach nach Verurteilung aus politischen Gründen, 1936-1940 KZ Dachau, 1945 Polizeipräsident von Rheinhessen in Mainz, 1945-1946 RPräs von Mainz, MdGK, MdBLV, 1. WP MdL, 1946-1949 Minister des Innern, 1949-1950 Sozialminister, 1948-1949 stellv. MinPräs.[12]

Stübinger, Oskar (1910-1988)
1931-1932 Studium an der Universität Bonn, 1934 Praktikant an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Neustadt/W., ab 1935 Tätigkeit auf dem elterlichen Weingut, 1939 Übernahme des Hofgutes Dreihof, CDU, MdBLV, 1.-5. sowie 6. WP bis 1970 MdL, 1946-1968 Landwirtschaftsminister, 1949 Minister für Finanzen und Wiederaufbau, 1959-1968 stellv. MinPräs.[13]

Süsterhenn, Dr., Adolf (1905-1974)
Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Freiburg und Köln, 1927 Referendar, 1928 Promotion, 1931 Assessor, 1931-1932 Richter in Trier und Köln, 1932-1946 als Rechtsanwalt in Köln und Unkel tätig, Verteidiger in Prozessen gegen Geistliche und Ordensgenossen, CDU, MdBLV, 1. WP MdL, 1948-1949 MdPR, 1946-1951 Justizminister, 1947-1951 Kultusminister, 1951-1961 Präsident des Oberverwaltungsgerichts und Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz, ab 1951 Honorarprofessor für Staatslehre und Politik an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, 1961-1969 MdB, 1947-1965 Mitglied des Landesvorstandes der CDU Rheinland-Pfalz, Mitglied des Bundesvorstandes der CDU ab 1960.[14]