Ministerratsprotokolle RLP Historie 1951© LAV

Kurzbiographien der Minister 1951

Der Ministerpräsident (1. und 2. WP)

Dr. h.c. Peter Altmeier (1899–1977)

Handelsschule, kaufmännische Berufsausbildung, 1917–1919 Militärdienst in Nordfrankreich und Flandern, anschl. franz. Kriegsgefangenschaft, 1919 Beitritt zum Windthorstbund, seit 1920 Tätigkeit in der Privatwirtschaft, u. a. als Geschäftsführer eines kaufmännischen Betriebs und als Prokurist, bis 1947 Gesellschafter einer Lebensmittelgroßhandlung, 1929–1933 Stadtverordneter der Zentrumsfraktion in Koblenz, 1945–1946 Mitarbeit im Bürgerrat Koblenz, Mitbegründer der CDP bzw. CDU Rheinland-Hessen-Nassau, 1946/47 MdGK und MdBLV, dort Fraktionsvorsitzender, auch Vorsitzender des Ernährungs- und Versorgungsausschusses, April 1946–Juli 1947 Regierungspräsident in Montabaur, 1947–1966 CDU-Landesvorsitzender, 1947–1971 MdL, 1947–1969 Ministerpräsident, 1948–1967 zugleich Minister für Wirtschaft und Verkehr sowie 1949– 1951 Minister des Innern, MdBR, 1961–1971 Vorsitzender des Verwaltungsrats des ZDF, Ehrenbürger der Städte Koblenz, Mainz und Dijon. – Unterlagen in Best. 860P Nr. 10744, Nachlass Best. 700,169.

Ministerium des Innern (1. WP, 1951)

Dr. h.c. Peter Altmeier, siehe Ministerpräsident.

Ministerium des Innern und für Soziales (2. WP)

Dr. Alois Zimmer (1896–1973)

1918–1921 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, 1921 Referendar, 1924 Regierungsassessor in Berlin und Siegburg, Promotion in Bonn, 1925– 1928  Regierungsassessor  in Marienwerder/Westpr.,  1928– 1933  Landrat  in Stuhm/Westpr., 1933 Versetzung in den einstweiligen Ruhestand aus politischen Gründen, bis 1938 Weiterbeschäftigung beim Regierungspräsidenten in Trier, 1938–1947 Gutsverwalter in Grünhaus bei Trier, 1945 Mitbegründer der CDU, 1946 Bezirksvorsitzender der CDU Trier, 1946/47 MdBLV, 1947–1957 MdL, dabei 1947–1951 CDU-Fraktionsvorsitzender, 1947–1951 Regierungspräsident in Montabaur, 1950 im Bundesvorstand der CDU, 1951–1957 Minister des Innern und Sozialminister von Rheinland-Pfalz, MdBR, 1957–1965 MdB, Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarats und der  Westeuropäischen  Union. –  Unterlagen  in  Best. 860P  Nr. 10772, Nachlass Best. 700,135.

Ministerium der Justiz, für Unterricht und Kultus (1. WP, 1951)

Dr. Adolf Süsterhenn (1905–1974)

1923–1926 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg und Köln, 1927–1931 Referendar am Landgericht Köln, 1928 Promotion, seit 1932 freiberuflicher Rechtsanwalt, Mitglied der Zentrumspartei, 1945 Mitbegründer der CDU, 1947–1965 Mitglied des Landesvorstands, ab 1960 Mitglied des Bundesvorstands, 1946/47 MdGK und MdBLV, 1947–1951 MdL, 1946 Justizminister bzw. 1947–1951 Minister für Justiz, Unterricht und Kultus, 1949–1951 MdBR, 1951–1961 Präsident des Landesverwaltungsgerichts und Vorsitzender des Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz, 1952–1955 stellv. Vorsitzender des Luther-Ausschusses, ab 1954 Mitglied der Europäischen Kommission für Menschenrechte beim Europarat, 1961–1969  MdB.  –  Unterlagen in  Best. 860P  Nr. 10764, Nachlass Best. 700,177.

Ministerium der Justiz (2. WP)

Bruno Becher (1898–1961)

1917–1919 Militärdienst, Studium der Rechtswissenschaften in Bonn, Heidelberg und München, 1922 juristische Staatsprüfung, 1922–1926 Gerichtsreferendar, 1926–1927 Gerichtsassessor beim Landgericht Aachen und dem Amtsgericht Mayen, 1927–1933 Syndikus des Industrieverbands Steine und Erden der Vordereifel, 1927–1949 Rechtsanwalt in Mayen und am Landgericht in Koblenz, 1939–1940 sowie 1941–1945 Militärdienst, 1951–1959 Minister der Justiz, 1951–1960 MdL, 1958 vorübergehend zusätzlich mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Ministers für Finanzen und Wiederaufbau betraut. – Unterlagen in Best. 860P Nr. 10745.

Ministerium für Unterricht und Kultus (2. WP)

Dr. Albert Finck (1895–1956)

1914–1920 Studium der Philosophie, Rechtswissenschaften und Geschichte in München, 1915–1918 Militärdienst, 1920 Promotion, Volontär bei der Redaktion des „Rheinpfälzers“, 1921 Parteisekretär der Zentrumspartei im Rheinland, 1922–1936 Redakteur bei der „Neuen Pfälzischen Landeszeitung“ Ludwigshafen, 1933 Schutzhaft, 1936–1938 ohne Anstellung, 1938–1942 Tätigkeit in der freien Wirtschaft, 1942–1946 Aushilfslehrer, 1946 Ernennung zum Studienrat, 1948–1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates, 1951–1956 MdL sowie Minister für Unterricht und Kultus. – Unterlagen in Best. 860P Nr. 10792.

Ministerium für Finanzen und Wiederaufbau (1. WP, 1951)

Dr. Hans Hoffmann (1893–1952)

1912–1915 und 1919–1920 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften sowie der Nationalökonomie in Genf, München und Berlin, zwischenzeitlich Militärdienst und Kriegsgefangenschaft, Juli 1922 Eintritt in den kommunalen Verwaltungsdienst, 1922–1923 Regierungsassessor bzw. Regierungsrat bei der Regierung in Speyer, danach bis 1926 Rechtsrat der Stadt Kaiserslautern, 1927 bis zur Entlassung 1933 Kulturdezernent der Stadt Kiel, nach Eintritt in die SPD 1931– 1933 Mitglied des Provinziallandtags von Schleswig-Holstein, ab Mai 1941 Militärdienst, 1945–1947 Notar in Wachenheim, 1945 kurzzeitig Oberbürgermeister von Ludwigshafen und Regierungspräsident der Pfalz, danach Oberregierungspräsident von Pfalz-Hessen bzw. Hessen-Pfalz, 1946 Oberpräsident von Mittelrhein-Saar, 1946/47 MdBLV als Fraktionsvorsitzender der SPD, 1947–1952 MdL, 1947–1949 Minister der Finanzen, 1948–1951 Minister für Finanzen und Wiederaufbau, 1949–1951 MdBR, ab 1951 Notar in Wachenheim. – Unterlagen in Best. 860P Nr. 10753.

Ministerium für Finanzen und Wiederaufbau (2. WP)

Dr. Wilhelm Nowack (1897–1990)

Nach 1918 Verleger und Journalist, Mitbegründer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Mitarbeit in der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und der Deutschen Staatspartei, ab 1933 wiederholt verhaftet, Tätigkeit in der freien Wirtschaft als Journalist für Wirtschaftsfragen und Wirtschaftsrecht, 1940 Einberufung zur Dienstleistung beim Reichsrundfunk, 1945 am Oberpräsidium in Koblenz, 1946–1949 Abteilungsleiter am Ministerium für Wirtschaft und Verkehr Rheinland-Pfalz, 1947 Oberregierungsrat; 1947–1951 und 1953–1954 sowie 1955–1958 MdL (FDP), dort 1948–1951 Fraktionsvorsitzender, 1949–1952 MdB, 1951–1958 Minister für Finanzen und Wiederaufbau, seit 1952 MdBR, 1953–1958 Landesvorsitzender der FDP, 1955–1956 stellv. Bundesvorsitzender der  FDP,  1957–1958  Vorsitzender  der  TdL.  –  Unterlagen  in  Best. 860P   Nr. 10760.

Ministerium für Wirtschaft (1. WP, 1951)

Dr. h.c. Peter Altmeier, siehe Ministerpräsident.

Ministerium für Wirtschaft und Verkehr (2. WP)

Dr. h.c. Peter Altmeier, siehe Ministerpräsident.

Ministerium für Soziales (1. WP, 1951)

Wilhelm Odenthal (1896–1962)

1916–1918 Militärdienst, 1920–1923 Studium an der Verwaltungsschule in Leverkusen, 1928–1933 Leiter der Arbeitsämter Horrem, Remscheid und Bad Kreuznach, 1933 Entlassung aus politischen Gründen, 1934–1943 Kaufmann in Mainz, 1939–1940 Militärdienst, 1940–1945 bei der Heeresverwaltung, 1946 Leiter des Arbeitsamts Mainz, 1947 kommissarischer Präsident bzw. 1950 Präsident des Landesarbeitsamts Pfalz, 1951 MdL (SPD), 1950–1951 Sozialminister von Rheinland-Pfalz, 1951–1961 MdB. – Unterlagen in Best. 860P Nr. 1210 und Nr. 10762.

Ministerium für Soziales (2. WP)

Dr. Alois Zimmer, siehe Ministerium des Innern und für Soziales.

Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten (1. WP, 1951)

Oskar Stübinger (1910–1988)

1931–1932 Studium in Bonn, 1934 Praktikant an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Neustadt/W., ab 1935 Tätigkeiten auf  dem elterlichen Weingut, 1937–1940 stellv. Betriebsleiter eines Weinguts, 1944–1945 Besitzer und Betriebsleiter des Hofguts Dreihof bei Landau, währenddessen 1939, 1940, 1944 und 1945 Militärdienst, 1945 Mitbegründer der CDU in Rheinland-Pfalz, Mitglied des Ernährungsausschusses am Oberregierungspräsidium Hessen-Pfalz sowie Ausschussmitglied der provisorischen Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, ab 1946 ehrenamtlicher Leiter des Staatlichen Land- und Stammgestüts Zweibrücken, 1946/47 MdBLV, 1947–1971 MdL, 1946–1968 Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, zudem Juni und Juli 1947 Minister für Wirtschaft und Finanzen sowie Oktober bis Dezember 1949 Minister für Finanzen und Wiederaufbau, ab 1949 Chef der Delegation der Bundesrepublik Deutschland beim Internationalen Weinamt in Paris, MdBR, 1953–1954 Vizepräsident des Internationalen Weinamts, 1968 Präsident des Raiffeisenverbands Rheinpfalz e.V., 1959–1968 Stellvertreter des Ministerpräsidenten. – Unterlagen in Best. 860P Nr. 10768, Nachlass LASp Best. V 184.

Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten (2. WP)

Oskar Stübinger, siehe Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten  (1. WP).