
32. Ministerratssitzung 15.7.1947
32. Ministerratssitzung am Dienstag, den 15.7.19471
- Ministerpräsident Altmeier
- Minister Bökenkrüger
- Minister Feller
- Minister Dr. Hoffmann
- Minister Junglas
- Minister Dr. Neumayer
- Minister Steffan
- Minister Stübinger
- Minister Dr. Süsterhenn,
- Chef des Staatsministeriums a.D. Dr. Haberer
- A. Verhältnis der Minister und Regierungsparteien zueinander
- B. Verhandlungen des MinPräs mit der Militärregierung (1.)
- C. Demontage
- D. Beamtenernennungen
- E. Mitteilungen des Ministerpräsidenten (2.)
- F. Vertretung des Ministerpräsidenten
- G. Zuteilung des Verkehrsressorts an das Wirtschaftsministerium
- H. Wagen- und Benzinfrage
- I. Fragebogen der Minister
- J. Materialbeschaffung
- K. Information der Öffentlichkeit über die Arbeit der Landesregierung
- L. Münchener Ministerpräsidentenkonferenz
- M. Flüchtlingsprobleme
- N. Umzug von Ministerien in das frühere Oberpräsidium
- O. Besetzung der Stellen des Oberpräsidenten und des Vizepräsidenten der Pfalz (3)
- P. Übergangsgelder für Provinzialdirektoren
- Q. Generaldirektor der Landeszentralbank (3)
- R. Stellenbesetzungen in den Ministerien und weitere Personalangelegenheiten
- S. Statistisches Landesamt
- T. Vorlagen aus der Zeit des Übergangskabinetts
- U. Wiedereinstellung von zurückgekehrten Kriegsgefangenen
- V. Ernährungslage (4.)
A. Verhältnis der Minister und Regierungsparteien zueinander
Ministerpräsident Altmeier 2 appelliert zunächst an das Vertrauen der Minister untereinander. Man müsse sich mit aller Offenheit und Kameradschaft begegnen. Das Verhalten im Ministerrat müsse beispielgebend sein für das Toleranzabkommen, das die Parteien untereinander abgeschlossen haben 3. Der Ministerpräsident bittet auch seinerseits um Vertrauen und wechselt mit den Ministern den Handschlag zu kameradschaftlicher Zusammenarbeit.
Minister Steffan führt dann in kurzen Worten aus, daß es für ihn und seine Kollegen von der SPD selbstverständlich sei, in echter Kameradschaft die gemeinsame schwere Aufgabe zu lösen. Es seien ihm jedoch Nachrichten zugegangen, daß in einer CDU-Versammlung in Neuwied die gehässigsten Angriffe gegen seine Ministerkollegen von der SPD und die SPD selbst gestartet worden seien. Das sei keine Basis für Zusammenarbeit. Minister Dr. Süsterhenn, der als Sprecher auf der erwähnten CDU-Delegiertentagung in Neuwied anwesend war, erklärt, daß während seiner Anwesenheit in keiner Weise irgendwelche Angriffe gegen die SPD oder die Minister der SPD erfolgt seien. Minister Steffan nimmt von dieser Erklärung Kenntnis.
B. Verhandlungen des MinPräs mit der Militärregierung
Sodann gibt der Ministerpräsident einen umfassenden Bericht […]
33. Ministerratssitzung 22.7.1947
33. Ministerratssitzung am Dienstag, den 22.7.19471
- Ministerpräsident Altmeier
- Minister Bökenkrüger
- Minister Feller
- Minister Dr. Hoffmann
- Minister Junglas
- Minister Dr. Neumayer
- Minister Steffan
- Minister Stübinger
- Minister Dr. Süsterhenn
- Chef des Staatsministeriums Dr. Haberer
- 1. Bericht des Ministerpräsidenten über Angelegenheiten der Pfalz
- 2. Frage des Verkehrsministeriums
- 3. Wagen- und Benzinzuteilung der Minister
- 4. Dienstbezüge der Minister usw.
- A. Besetzung des Postens des Regierungspräsidenten in Montabaur (6.) und weitere Ernennungen
- B. Konferenz über Flüchtlingsausgleich (9.)
- C. Demontage (7.)
- D. Brennstoffversorgung (8.)
- E. Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen Staatsministerium und Innenministerium hinsichtlich der Beamtenfragen (5.)
- F. Sitzungen der Landtagsausschüsse
- G. Titel von Dr. Wuermeling
1. Bericht des Ministerpräsidenten über Angelegenheiten der Pfalz
Ministerpräsident Altmeier gibt zunächst einen kurzen Bericht über die Einführung des Abgeordneten Bögler als Oberregierungspräsident der Pfalz 3 und des Generalstaatsanwalts Dr. Doller als Oberregierungs-Vizepräsident 4. Der Ministerpräsident berichtet in diesem Zusammenhang, daß die französische Militärregierung an der Einführung nicht teilgenommen habe und zwar – wie sie mitgeteilt habe – mit Rücksicht auf die durch die angenommene Verfassung eingetretene veränderte Lage, wonach diese Berufungen eine deutsche Angelegenheit sei 5.
2. Frage des Verkehrsministeriums 6
Minister Neumayer trägt vor, daß die in der letzten Ministerratssitzung beschlossene Besprechung zwischen ihm und Minister Feller stattgefunden habe, zu einem Ergebnis sei man indes nicht gelangt. Er vertrete nach wie vor die Ansicht, daß der Verkehr ein Teil der Wirtschaft sei und deshalb unbedingt beim Wirtschaftsministerium verbleiben müsse. In allen deutschen Ländern sei der Verkehr ebenfalls dem Wirtschaftsministerium angegliedert. Minister Feller führt aus, er sei der Ansicht, der Verkehr gehöre zum Wiederaufbau, da der Wiederaufbau ohne Transportmittel undenkbar sei. Seine Partei würde eine andere Entscheidung als Benachteiligung ansehen. Der Diskussion schließt sich eine Abstimmung an, die sieben Stimmen für die Zugehörigkeit von Wirtschaft und Verkehr, und eine Stimme für die Kombination Wiederaufbau und Verkehr ergibt; Minister Bökenkrü-ger enthält sich der Stimmabgabe
34. Ministerratssitzung 29.7.1947
34. Ministerratssitzung am Dienstag, den 29.7.19471
- Ministerpräsident Altmeier
- Minister Bökenkrüger
- Minister Feller
- Minister Dr. Hoffmann
- Minister Junglas
- Minister Dr. Neumayer
- Minister Steffan
- Minister Stübinger
- Minister Dr. Süsterhenn
- Chef des Staatsministeriums a.D. Dr. Haberer
- A. Tagesordnung des Landtags
- B. Demontage
- C. Landesgesetz zur Ausführung des Artikels 97 der Verfassung
- D. Geschäftsordnung des Landtages
- E. Gesetz zur Bildung vorläufiger Amtsvertretungen und die vorläufige Bestellung von Amtsbürgermeistern und Amtsbeigeordneten in den Regierungsbezirken Koblenz und Trier
- F. Entwurf eines Landesgesetzes zur Änderung der Bestimmungen über das Nachrücken von Kandidaten in den Kreisversammlungen
- G. Bericht des Flüchtlingsausschusses
- H. Gesetz zur Vereinheitlichung und Versorgung der Kriegsopfer
- I. Erlaß eines Amnestiegesetzes
- J. Gesetz über die Aufnahme von Anleihen und Krediten und die Übernahme von Bürgschaften für das Land Rheinland-Pfalz
- K. Ferien des Landtags
A. Tagesordnung des Landtags
Der Ministerpräsident eröffnet die Sitzung. Es sollen die auf der Tagesordnung des Landtags stehenden Gesetzesentwürfe und die Art ihrer Erledigung besprochen werden. 2 Der Ministerpräsident weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die Landesverordnung zur Vereinheitlichung der Versorgung der Kriegsopfer seitens des Arbeitsministers als Regierungsvorlage, ohne daß sie vorher im Ministerrat besprochen worden sei, dem Landtag zugewiesen worden war 3. Desgleichen beanstandet er die Weiterleitung des Gesetzesentwurfes über die Aufnahme von Anleihen und Krediten und die Übernahme von Bürgschaften für das Land Rheinland-Pfalz durch den Finanzminister an den Landtag ohne vorherige Fühlungnahme mit dem Ministerrat 4. Der Ministerpräsident weist mit allem Nachdruck darauf hin, daß für die Zukunft derartige Vorlagen zunächst im Ministerrat besprochen und dann durch das Staatsministerium dem Landtag zugeleitet werden. Minister Dr. Hoffmann führt aus, er habe die Vorlage über die Aufnahme von Anleihen und Bürgschaften nur aus dem Grunde unmittelbar dem Landtag übergeben, weil die Militärregierung eine sofortige Erledigung dieses Gesetzes gefordert [hatte] und das Gerücht im Umlauf war, der Landtag gehe in Ferien. Minister Bökenkrüger erklärt sein Vorgehen damit, daß nach seiner Information die Angelegenheit der Versorgung der Kriegsopfer zu wiederholten Malen im Kabinett besprochen worden sei. Deshalb sei er der Auffassung gewesen, die Sache könne unmittelbar dem Landtag zugewiesen werden 5.