© LAVKurzbiographien der Minister 1953

Der Ministerpräsident
Dr. h. c. Peter Altmeier
Geb. 1899 in Saarbrücken, gest. 1977 in Koblenz; Handelsschule, kaufmännische Berufsausbildung, Tätigkeit in der Privatwirtschaft, 1929–1933 Stadtverordneter der Zentrumsfraktion in Koblenz, 1945 Mitbegründer der CDU in Rheinland-Hessen-Nassau, 1947–1966 deren Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz, April 1946–Juli 1947 Regierungspräsident in Montabaur, 1946 Mitglied der Gemischten Kommission und Mitglied der Beratenden Landesversammlung, dort Fraktionsvorsitzender, auch Vorsitzender des Ernährungs- und Versorgungsausschusses, 1947–1971 MdL, bis Juli 1947 Fraktionsvorsitzender der CDU, 1947–1969 Ministerpräsident, 1948–1967 auch Minister für Wirtschaft und Verkehr sowie 1949–1951 Minister des Inneren; Ehrenbürger der Städte Koblenz, Mainz und Dijon.
Unterlagen in Best. 860P Nr. 10744. Nachlass Best. 700,169.

Ministerium des Innern und für Soziales
Dr. jur. Alois Zimmer
Geb. 1896 in Weiten, gest. 1973 in Trier, 1914–1918 Militärdienst, 1918–1921 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, 1921 Referendar, 1924 Regierungsassessor in Berlin und Siegburg, Promotion in Bonn, 1925–1928 Regierungsassessor in Marienwerder/Westpr., 1928–1933 Landrat in Stuhm/Westpr., 1933 Versetzung in den einstweiligen Ruhestand aus politischen Gründen, bis 1938 Weiterbeschäftigung beim Regierungspräsidenten in Trier, 1938–1947 Gutsverwalter in Grünhaus bei Trier, 1942–1945 Militärdienst und Kriegsgefangenschaft, 1945 Mitbegründer der CDU, 1946 Bezirksvorsitzender der CDU Trier, 1946/47 MdBLV, 1947–1957 MdL, 1947–1951 CDU-Fraktionsvorsitzender, seit 1950 im Bundesvorstand der CDU. 1947–1951 Regierungspräsident in Montabaur, 1951–1957 Minister des Innern und Sozialminister von Rheinland-Pfalz, 1957–1965 MdB, Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarats und der Westeuropäischen Union.
Unterlagen in Best. 860P Nr. 10772. Nachlass Best. 700,135.

Ministerium der Justiz
Bruno Becher
Geb. 1898 in Wendlingen, gest. 1961 in Mayen; 1917–1919 Militärdienst, 1919 Studium der Rechtswissenschaft in Bonn, Heidelberg und München, 1922–1926 Gerichtsreferendar, 1926 Zweites Staatsexamen, 1926–1927 Gerichtsassessor beim Landgericht Aachen und dem Amtsgericht Mayen, 1933 Eintritt in die NSDAP, 1927–1933 Syndikus des Industrieverbands Steine und Erden der Vordereifel, 1927–1949 Rechtsanwalt beim Amtsgericht Mayen und beim Landgericht Koblenz, 1930–1933 Vorsitzender der AOK Mayen, 1937–1939 Mitglied des Aufsichtsrats der Vereinigte Moselschiefergruben AG in Hausen, 1939–1945 Militärdienst, 1940–1941 Geschäftsführer der Basaltlava-Verkaufsgemeinschaft, seit 1946 Mitglied der FDP, 1951–1960 MdL, 1951–1959 Staatsminister der Justiz, Oktober bis November 1958 zugleich Minister für Finanzen und Wiederaufbau, im Mai 1959 Entlassung aus dem Amt.
Unterlagen in Best. 860P Nr. 10745.

Ministerium für Unterricht und Kultus
Dr. phil. Albert Finck
Geb. in Herxheim, gest. in Bad Wörishofen; 1914–1915 und 1918–1920 Studium der Philosophie, Geschichte und Pädagogik in München, 1915–1918 Militärdienst, 1920 Promotion, Volontär bei der Redaktion des „Rheinpfälzer“, 1922– 1936 Redakteur, ab 1921 Parteisekretär der Zentrumspartei im Rheinland, ab 1924 Chefredakteur bei der „Neuen Pfälzischen Landeszeitung“ (Organ der Zentrumspartei) in Ludwigshafen, 1933 Inhaftierung, 1936–1938 ohne Anstellung, 1937 Gestapo-Haft, 1938–1942 Versicherungsagent, 1942–1951 Aushilfslehrer bzw. ab 1946 Studienrat am Humanistischen Gymnasium Neustadt/W., 1946–1951 Gesellschafter der Neustadter Druckerei- und Verlags-GmbH, 1948–1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates, 1951–1956 Minister für Unterricht und Kultus.
Unterlagen in Best. 860P Nr. 10792.

Ministerium für Finanzen und Wiederaufbau
Dr. rer. pol. Wilhelm Nowack
Geb. 1897 in Altenburg, gest. 1990 in Feldafing; Studium der Nationalökonomie und Staatswissenschaften an den Universitäten Berlin und Innsbruck, 1914–1918 Militärdienst, 1920–1922 Organisationsleiter der Technischen Nothilfe in Hagen, Leiter der Zeitschrift „Der westfälische Demokrat“, 1922 Verlagsleiter „Die Hilfe“, 1924–1929 Schriftleiter der „Republikanischen Illustrierten“, 1931 Promotion, 1932 und 1933 Landtagskandidat der DDP bzw. der DStP, 1932–1933 Leiter der Bundespressestelle des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, 1933 Inhaftierung, ab 1934 Mitglied der Reichskulturkammer und der Reichspressekammer sowie freiberufliche Tätigkeit als Journalist, 1939–1941 Berliner Korrespondent des „Morgenblatt“ in Zagreb, 1940–1945 Redakteur beim Reichsrundfunk, 1946 Mitgründer, bis 1947 Anteilseigner der „Rhein-Zeitung“, 1945–1949 stellvertretender Leiter der Abteilung Wirtschaft beim Regierungspräsidium Koblenz bzw. beim Ministerium für Wirtschaft und Verkehr, zuletzt als Oberregierungsrat, Mitglied der FDP, 1949–1952 MdB, 1952–1959 Mitglied des FDP-Bundesvorstands, 1953–1958 Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz, 1955–1956 stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP, 1947–1951, 1953–1954 sowie 1955–1958 MdL, 1951–1958 Minister für Finanzen und Wiederaufbau, Rücktritt vom Amt.
Unterlagen in Best. 860P Nr. 10760.
Ministerium für Wirtschaft und Verkehr
Dr. h. c. Peter Altmeier, siehe Ministerpräsident.

Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten
Oskar Stübinger
Geb. 1910 in Edenkoblen, gest. 1988 in Müllheim; 1931–1932 Studium der Landwirtschaft in Bonn, 1934 Praktikant an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Neustadt/W., ab 1935 Tätigkeiten auf dem elterlichen Weingut, 1937 bis 1940 stellv. Betriebsleiter eines Weinguts, 1944–1945 Besitzer und Betriebsleiter des Hofgutes Dreihof bei Landau, währenddessen 1939, 1940, 1944 und 1945 Militärdienst; 1945 Mitbegründer der CDU in Rheinland-Pfalz, Mitglied des Ernährungsausschusses beim Oberregierungspräsidium Hessen-Pfalz sowie Ausschussmitglied der provisorischen Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, ab 1946 ehrenamtlicher Leiter des Staatlichen Land- und Stammgestüts Zweibrücken, Mitglied der Beratenden Landesversammlung, 1947–1971 MdL, 1946–1968 Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, zudem Juni und Juli 1947 Minister für Wirtschaft und Finanzen sowie Oktober bis Dezember 1949 Minister für Finanzen und Wiederaufbau, ab 1949 Chef der Delegation der Bundesrepublik Deutschland beim Internationalen Weinamt in Paris, 1953–1954 Vizepräsident des Internationalen Weinamtes, 1968 Präsident des Raiffeisenverbandes Rheinpfalz e.V., von 1959 bis 1968 stellv. Ministerpräsident.
Unterlagen in Best. 860P Nr. 10768. Nachlass LASp Best. V 184.