© LAVKurzbiographien der Minister 1952

Der Ministerpräsident
Dr. h. c. Peter Altmeier (CDU)
(12. Aug. 1899, Saarbrücken – 28. Aug. 1977, Koblenz)
Handelsschule, 1913–1916 kaufmännische Berufsausbildung, anschl. kaufmännische Tätigkeit, 1917–1919 Militärdienst in Nordfrankreich und Flandern, franz. Kriegsgefangenschaft, ab 1919 kaufmännische Tätigkeit als Angestellter, 1923– 1938 Geschäftsführer der Firma Richard Brieg Koblenz, 1938–1939 Teilhaber der Firma J. G. Hoffmann, Koblenz, 1939–1940 Prokurist und 1940–1946 Gesellschafter der Firma Richard Brieg AG Koblenz, April 1946–Juli 1947 Regierungspräsident in Montabaur, 9. Juli 1947–18. Mai 1969 rheinland-pfälzischer Ministerpräsident, 1948–1967 zugleich Minister für Wirtschaft und Verkehr sowie 1949–1951 Minister des Innern. 1919 Beitritt zum Windthorstbund (Jung-Zentrum), später Vorsitzender der rheinischen Windthorstbünde im Bezirk Koblenz, Vorstandsmitglied der Zentrumspartei, 1929–1933 Stadtverordneter der Zentrumsfraktion in Koblenz, Kandidat auf der Reichstagsliste für die Zentrumspartei zum 5. März 1933, 1945 Mitbegründer der CDP bzw. CDU Rheinland-Hessen-Nassau, 1946/47 MdGK und MdBLV, dort Fraktionsvorsitzender, 1947–1966 CDU-Landesvorsitzender, 1947–1971 MdL, 1954–1955 und 1965–1966 Bundesratspräsident. 1954 Verleihung des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1956 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, 1957 Ernennung zum Ehrensenator der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, 1961 Verleihung des Großkreuzes des Ordens des Heiligen Gregorius durch Papst Johannes XXIII., Ehrenbürger der Städte Koblenz (1959), Mainz (1965) und Dijon (1963). Unterlagen in Best. 860P Nr. 10744, Nachlass Best. 700,169.

Ministerium des Innern und für Soziales
Dr. jur. Alois Zimmer (CDU)
(18. Mai 1896, Weiten – 11. April 1973, Trier)
1914–1918 Militärdienst, 1918–1921 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn, 1921 Referendar, 1924 Regierungsassessor in Berlin und Siegburg, Promotion in Bonn, 1925–1928 Regierungsassessor in Marienwerder/Westpr., 1928–1933 Landrat in Stuhm/Westpr., 1933 Versetzung in den einstweiligen Ruhestand aus politischen Gründen, bis 1938 Weiterbeschäftigung beim Regierungspräsidenten in Trier, 1938–1947 Gutsverwalter in Grünhaus bei Trier, 1942–1945 Militärdienst und Kriegsgefangenschaft, 1947–1951 Regierungspräsident in Montabaur, 1951–1957 Minister des Innern und Sozialminister von Rheinland-Pfalz, 1957–1965 MdB, Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarats und der Westeuropäischen Union. 1945 Mitbegründer der CDU, 1946 Bezirksvorsitzender der CDU Trier, 1946/47 MdBLV, 1947–1957 MdL, dabei 1947–1951 CDU-Fraktionsvorsitzender, seit 1950 im Bundesvorstand der CDU. Unterlagen in Best. 860P Nr. 10772, Nachlass Best. 700,135.

Ministerium der Justiz
Bruno Becher (FDP)
(12. Dez. 1898, Wendlingen – 21. April 1961, Mayen)
1917–1919 Militärdienst, 1919 Studium der Rechtswissenschaft in Bonn, Heidelberg und München, 1922 juristische Staatsprüfung, 1922–1926 Gerichtsreferendar, 1926 Zweites Staatsexamen, 1926–1927 Gerichtsassessor beim Landgericht Aachen und dem Amtsgericht Mayen, 1927–1933 Syndikus des Industrieverbands Steine und Erden der Vordereifel, 1927–1949 Rechtsanwalt beim Amtsgericht Mayen und beim Landgericht Koblenz, 1930–1933 Vorsitzender der AOK Mayen, 1937–1939 Mitglied des Aufsichtsrats der Vereinigte Moselschiefergruben AG in Hausen, 1939–1945 Militärdienst (Oberleutnant, „Bandenbekämpfung im Balkan“), 1940–1941 Geschäftsführer der Basaltlava-Verkaufsgemeinschaft, 1951–1959 Staatsminister der Justiz, 14.10.–11.11.1958 zugleich mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Ministers für Finanzen und Wiederaufbau betraut, 26. Mai 1959 Entlassung aus dem Amt als Minister der Justiz. 1919 Mitglied des Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten, 1933 Mitglied des NSRB, 1936 Mitglied der NSDAP, 1946 Mitglied der FDP, 1949 Mitglied des Hauptausschusses der FDP, 1951–1960 MdL. Unterlagen in Best. 860P Nr. 10745.

Ministerium für Unterricht und Kultus
Dr. phil. Albert Finck (CDU)
(15. März 1895, Herxheim – 3. Aug. 1956, Bad Wörishofen)
1914–1915 und 1918–1920 Studium der Philosophie, Geschichte und Pädagogik in München, dazwischen 1915–1918 Militärdienst in den Vogesen, Rumänien, Flandern und Belgien (zuletzt Leutnant der Reserve), 1920 Promotion, Volontär bei der Redaktion des „Rheinpfälzer“, 1922–1936 Redakteur und seit 1924 Chefredakteur bei der „Neuen Pfälzischen Landeszeitung“ (Organ der Zentrumspartei) in Ludwigshafen, 1933 „Schutzhaft“ in Ludwigshafen, 1936–1938 ohne Anstellung, 1937 Gestapo-Haft, 1938–1942 Versicherungsagent, 1942–1951 Aushilfslehrer bzw. ab 1946 Studienrat am Humanistischen Gymnasium Neustadt/W., 1946–1951 Gesellschafter der Neustadter Druckerei- und Verlags-GmbH, 1951–1956 Minister für Unterricht und Kultus. Seit 1921 Parteisekretär der Zentrumspartei im Rheinland, 1946 Mitbegründer der CDU der Pfalz, Mitglied des CDU-Bezirksverbandes Pfalz, 1948–1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates, 1951–1956 MdL. Unterlagen in Best. 860P Nr. 10792.

Ministerium für Finanzen und Wiederaufbau
Dr. rer. pol. Wilhelm Nowack (FDP)
(28. Aug. 1897, Altenburg – 31. Juli 1990, Feldafing)
Studium der Nationalökonomie und Staatswissenschaften an den Universitäten Berlin und Innsbruck, 1914– 1918 Militärdienst, 1920–1922 Organisationsleiter der Technischen Nothilfe in Hagen, Leiter der Zeitschrift „Der westfälische Demokrat“, 1922 Leiter des Verlags „Die Hilfe“, 1924–1929 Schriftleiter der „Republikanischen Illustrierten“ (Organ des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold), 1931 Promotion, 1932–1933 Leiter der Bundespressestelle des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, 1933 zweimalige Inhaftierung durch SA und Gestapo, 1933–1934 geringfügige journalistische Tätigkeit, seit 1934 Mitglied der Reichskulturkammer sowie der Reichspressekammer, freiberufliche Tätigkeit als Journalist für Wirtschaftsfragen, Übersetzungen für den Duncker & Humblot-Verlag Berlin, ständiger Mitarbeiter an der wöchentlichen Beilage der „Frankfurter Zeitung“, Buchautor, 1939–1941 Berliner Korrespondent des „Morgenblatt“ in Zagreb, 1940–1945 dienstverpflichtet als Redakteur beim Reichsrundfunk, 1945 Leiter einer Dolmetschergruppe in Holzkirchen/Oberbayern, 1946 Mitgründer und bis 1947 Anteilseigner der „Rhein-Zeitung“, 1945–1949 stellv. Leiter der Abt. Wirtschaft beim Regierungspräsidium Koblenz bzw. beim Ministerium für Wirtschaft und Verkehr, zuletzt Oberregierungsrat, 1951–1958 Minister für Finanzen und Wiederaufbau, Febr. 1952 Aufhebung der Immunität als Bundestagsabgeordneter zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts auf Vergehen nach § 82 GmbH-Gesetz (Fall Wirtschaft am Rhein GmbH Speyer) sowie wegen des Verdachts auf Gläubigerbegünstigung nach § 241 KO (Fall Rheinischer Wirtschaftsverlag Neuwied), 23. Juni 1952 Einstellung des Ermittlungsverfahrens mangels Beweises, 1958 Anklage durch den Oberstaatsanwalt beim Landgericht Frankenthal Leonhard Drach wegen des Verdachts der Untreue im Amt, 24. Sept. 1958 Rücktritt vom Amt als Minister für Finanzen und Wiederaufbau, Dez. 1961 Verurteilung des Landgerichts Frankenthal wegen Untreue im Amt zum Nachteil des Landes zu einer Geldstrafe von 2000 DM und zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe auf Bewährung, April 1963 Zurückweisung der Revisionseinwände gegen die Verurteilung durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe als unbegründet, Anklage Drachs gegen Nowack wegen Beihilfe zum Meineid, 19. Dez. 1964 offener Brief an den Justizminister von Rheinland-Pfalz bezüglich der nationalsozialistischen Vergangenheit des in Luxemburg zweimal als Kriegsverbrecher verurteilten rheinland-pfälzischen Oberstaatsanwaltes Leonhard Drach und Vorwurf an die Justiz des Landes wegen Kenntnis dieser Umstände. 1924 Mitbegründer und zweiter Gauvorsitzender des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold Berlin-Brandenburg, 1932 und 1933 Reichs- bzw. preußischer Landtagskandidat der DDP bzw. der DStP, 1947–1951, 1953–1954 sowie 1955– 1958 MdL, dabei 1948–1951 Fraktionsvorsitzender der FDP, 1949–1952 MdB, 30. Sept. 1952 Niederlegung des Mandats als Bundestagsabgeordneter, 1952–1959 Mitglied des FDP-Bundesvorstands, 1953–1958 Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz, 1955–1956 stellv. Bundesvorsitzender der FDP. Unterlagen in Best. 860P Nr. 10760.
Ministerium für Wirtschaft und Verkehr
Dr. h. c. Peter Altmeier, siehe Ministerpräsident.

Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten
Oskar Stübinger (CDU)
(25. Dez. 1910, Edenkoben – 27. Juli 1988, Müllheim)
1931–1932 landwirtschaftliches Studium in Bonn, anschl. Tätigkeit auf dem elterlichen Weingut, 1939 Übernahme des Hofguts Dreihof bei Landau, 1939–1940 und 1944–1945 Militärdienst (letzter Dienstrang: Gefreiter), 1945 Mitglied des Ernährungsausschusses am Oberpräsidium Hessen-Pfalz sowie Ausschussmitglied der provisorischen Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, 1946 ehrenamtl. Leiter des Staatlichen Land- und Stammgestüts Zweibrücken, 1946–1947 Minister für Landwirtschaft und Ernährung in der vorläufigen Landesregierung Rheinland-Pfalz bzw. in der Übergangsregierung, 1947 zugleich Minister für Wirtschaft und Finanzen, 1947–1968 Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, zugleich Okt.–Dez. 1949 Minister für Finanzen und Wiederaufbau, 1959–1968 Stellvertreter des Ministerpräsidenten, seit 1949 Chef der Delegation der Bundesrepublik Deutschland beim Internationalen Weinamt in Paris, 1953–1954 dessen Vizepräsident. 1945 Mitbegründer der CDU, Vorstandsmitglied der CDU Pfalz, 1946/47 MdBLV, 1947–1971 MdL. Unterlagen in Best. 860P Nr. 10768, Nachlass LASp Best. V 184.