Ministerratsprotokolle RLP Historie 1950© LAV

Kurzbiographien der Minister 1950

Der Ministerpräsident

Dr. h. c. Peter Altmeier

Geb. 1899 in Saarbrücken, gest. 1977 in Koblenz; Handelsschule, kaufmännische Berufsausbildung, Tätigkeit in der Privatwirtschaft, 1929–1933 Stadtverordneter der Zentrumsfraktion in Koblenz, 1945 Mitbegründer der CDU in Rheinland-Hessen-Nassau, 1947–1966 deren Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz, April 1946–Juli 1947 Regierungspräsident in Montabaur, 1946 Mitglied der Gemischten Kommission und Mitglied der Beratenden Landesvorsammlung, dort Fraktionsvorsitzender, auch Vorsitzender des Ernährungs- und Versorgungsausschusses, 1947–1971 MdL, bis Juli 1947 Fraktionsvorsitzender der CDU, 1947–1969 Ministerpräsident, 1948–1967 auch Minister für Wirtschaft und Verkehr sowie 1949–1951 Minister des Inneren; Ehrenbürger der Städte Koblenz, Mainz und Dijon.

Ministerium für Wirtschaft und Inneres

Dr. h. c. Peter Altmeier (siehe Ministerpräsident)

Ministerium für Justiz, Unterricht und Kultus

Dr. Adolf Süsterhenn (1905–1974)

1923–1926 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg und Köln, 1928 Promotion, 1927–1931 Referendar beim Landgericht Köln, ab April 1931 Gerichtsassessor, danach Richter in Trier und Köln, 1932–1946 Tätigkeit als Rechtsanwalt in Köln und Unkel; Mitglied der Zentrumspartei, Mitglied des Kölner Stadtrats, 1945 Mitbegründer der CDU, 1947–1965 Mitglied des Landesvorstands, ab 1960 Mitglied des Bundesvorstands; 1946 Vorsitzender des Unterausschusses für Verfassungsfragen der Gemischen Kommission, 1946–1947 Mitglied der Beratenden Landesversammlung, 1948 Vertreter des Landes Rheinland-Pfalz beim Verfassungskonvent in Herrenchiemsee, 1948–1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates, 1947–1951 MdL, 1946–1951 Minister der Justiz und 1947–1951 Minister für Unterricht und Kultus, 1961–1969 MdB, ab 1954 Mitglied der Europäischen Kommission für Menschenrechte beim Europarat, 1951–1961 Präsident des Oberverwaltungsgerichts und Vorsitzender des Verfassungsgerichtshofes Rheinland-Pfalz.

Ministerium Finanzen und Wiederaufbau

Dr. Hans Hoffmann (1893–1952)

1912–1915 und 1919–1920 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften sowie der Nationalökonomie in Genf, München und Berlin, zwischenzeitlich Militärdienst, Juli 1922 Eintritt in den kommunalen Verwaltungsdienst, 1922–1923 Regierungsassessor bzw. Regierungsrat bei der Regierung in Speyer, danach bis 1926 Rechtsrat der Stadt Kaiserslautern, 1927 bis zur Entlassung 1933 Kulturdezernent der Stadt Kiel; 1931–1933 Mitglied des Provinziallandtags von Schleswig-Holstein; ab Mai 1941 Militärdienst, 1945–1947 Notar in Dürkheim; 1945 kurzzeitig Oberbürgermeister von Ludwigshafen und Regierungspräsident der Pfalz, danach Oberregierungspräsident von Pfalz-Hessen bzw. Hessen Pfalz, 1946 Oberpräsident von Mittelrhein-Saar; 1946–1947 Mitglied der Beratenden Landesversammlung als Fraktionsvorsitzender der SPD, 1947–1952 MdL; 1947– 1949 Minister der Finanzen, 1948–1951 Minister für Finanzen und Wiederaufbau; ab 1951 Notar in Wachenheim.

Ministerium für Soziales

Jakob Steffan (1888–1957)

Kaufmännische Lehre in Oppenheim, anschließend bis 1912 Tätigkeit in einem Rechtsanwaltsbüro, bis 1914 in der chemischen Industrie, 1908 Eintritt in die SPD, Militärdienst bis 1918, ab 1919 Prokurist, später Teilhaber einer Weinbrennerei in Oppenheim, dort Mitglied des Stadtrats und des Kreistags von Oppenheim, 1923– 1929 Provinzialausschuss Rheinhessen, 1923–1933 Mitglied des Provinziallandtags der Provinz Rheinhessen, 1927–1933 MdL des Volksstaates Hessen sowie 1932–1933 MdR, 1933–1936 Inhaftierung in der Strafanstalt Butzbach nach Verurteilung aus politischen Gründen, 1936–1940 Konzentrationslager Dachau, anschließend Tätigkeiten in der Arzneimittelbranche, 1945 Polizeipräsident von Rheinhessen in Mainz, Juni 1945–1946 Regierungspräsident von Rheinhessen, 1946–1947 Mitglied der Beratenden Landesversammlung, Mitglied der gemischten Kommission, 1947–1951 MdL, 1946 bis 1947 sowie Juli bis Oktober 1949 Minister des Innern, Dezember 1949 bis September 1950 Minister für Arbeit und Soziales, 1948 bis Oktober 1949 Stellvertreter des Ministerpräsidenten.

ab 14. Sept. 1950

Wilhelm Odenthal (1896–1962)

1916–1918 Militärdienst, 1920–1923 Besuch der Verwaltungsschule in Leverkusen, anschließend Studium (Volkswirtschaft, Sozialwissenschaft und Öffentliches Recht) in Köln, 1928–1933 Leiter der Arbeitsämter Horrem, Remscheid und Bad Kreuznach, 1933 Entlassung aus politischen Gründen, 1934–1943 Kaufmann in Mainz, 1939–1940 Militärdienst, 1940–1945 bei der Heeresverwaltung, 1946 Leiter des Arbeitsamts Mainz, 1947 kommissarischer, ab Januar 1950 Präsident des Landesarbeitsamts Pfalz, 1951 MdL (SPD), ab September 1950–1951 Sozialminister, 1951–1961 MdB.

Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten

Oskar Stübinger (1910–1988)

1931–1932 Studium in Bonn, 1934 Praktikant an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Neustadt/W., ab 1935 Tätigkeiten auf dem elterlichen Weingut, 1937 bis 1940 stellv. Betriebsleiter eines Weinguts, 1944–1945 Besitzer und Betriebsleiter des Hofgutes Dreihof bei Landau, währenddessen 1939, 1940, 1944 und 1945 Militärdienst; 1945 Mitbegründer der CDU in Rheinland-Pfalz, Mitglied des Ernährungsausschusses beim Oberregierungspräsidium Hessen-Pfalz sowie Ausschussmitglied der provisorischen Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, ab 1946 ehrenamtlicher Leiter des Staatlichen Land- und Stammgestüts Zweibrücken, Mitglied der Beratenden Landesversammlung, 1947–1971 MdL, 1946 bis 1968 Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, zudem Juni und Juli 1947 Minister für Wirtschaft und Finanzen sowie Oktober bis Dezember 1949 Minister für Finanzen und Wiederaufbau, ab 1949 Chef der Delegation der Bundesrepublik Deutschland beim Internationalen Weinamt in Paris, 1953–1954 Vizepräsident des Internationalen Weinamtes, 1968 Präsident des Raiffeisenverbandes Rheinpfalz e.V., von 1959 bis 1968 stellv. Ministerpräsident.