© LAVGrußwort des Landtagspräsidenten
© Landtag RLPIn den Jahren nach 1945 ging es um alles: den Wiederaufbau eines durch den Nationalsozialismus zerstörten demokratischen Gemeinwesens.
Die meisten Menschen aber hatten in dieser schweren Anfangszeit andere Sorgen. Und so war die Gründung von Rheinland-Pfalz – eines Landes ohne Staatstradition – in der von Hunger geplagten Bevölkerung zunächst auf Desinteresse oder gar Ablehnung gestoßen. Noch im Jahr 1975 fanden letzte Volksabstimmungen über die Zugehörigkeit einzelner Landesteile statt. Erst sie brachten schließlich ein klares „Ja“.
Umso wichtiger aber war es den Landesregierungen von Beginn an, ihr politisches Handeln zu begründen, für das neue Bundesland zu werben und den Zusammenhalt zu stärken. Hiervon zeugen die Ministerratsprotokolle, die uns eine Einladung sind, die weichenstellenden Ursprünge unseres Landes zu erforschen und zu verstehen.
Diese Dokumente erinnern uns daran, dass Demokratie und Parlamentarismus nie selbstverständlich sind und stets aufs Neue verteidigt werden müssen. Sie sind noch heute eine unschätzbare Quelle der bewegten Geschichte von Rheinland-Pfalz.
Hendrik Hering
Präsident des Landtags und Vorsitzender der Kommission für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz